Mittwoch, 17. Dezember 2008

Erste Nachrichten aus Bolivien:

Über Land, Leute und die ersten Aktivitäten
Bolivien, San Ignacio de Velasco, 10. November 2008,
Rundbrief Nr. 1

¡Buenos días! – Hallo und Grüß Gott aus Bolivien!

Es ist an der Zeit, meinen zweiten Rundbrief in die Welt zu schicken. Es ist viel geschehen in den vergangenen Wochen, im vergangenen Monat. Die Zeit vergeht wie im Flug! Über zwei Monate lebe ich nun schon in Bolivien...
Mittlerweile hab ich mich schon richtig gut eingelebt hier und nach und nach kann ich mich mehr im alltäglichen Leben der Pfarrgemeinde einbringen. Die ersten stärkeren Wurzeln sind ausgebildet und haben Halt gefunden, sodass die MaZ-Sonneblume langsam die ersten Triebe und Knospen hervorbringen kann.
San Ignacio ist mir irgendwie schon richtig zur zweiten Heimat geworden; richtig wohl fühle ich mich hier. Die anfangs erwarteten gesundheitlichen Probleme, die in der Regel aufgrund der Essensumstellung auftreten, wenn man in ein solches Land reist, blieben bei mir glücklicherweise vollkommen aus. Wie selbstverständlich erscheint mir schon der Umgang mit den Jugendlichen, Kindern und Erwachsenen der Pfarrei, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass meine Sprachprobleme immer weniger werden. Dennoch besuche ich immer noch Spanisch-Unterricht.
So kann ich nun schon meine ersten Aufgaben übernehmen, welche momentan hauptsächlich Begleitung und Betreuung bereits bestehender und besonders auch neuer Gruppen der Pfarrei sind. Auf Grund der Tatsache, dass „Maria Asunta“ eine sehr junge Pfarrei ist (Gründung im Jahre 2004), besteht in diesem Bereich noch einiger Handlungsbedarf. Es gibt bereits einige, schon seit längerer Zeit bestehende Gruppen wie z.B. eine Katechistengruppe, eine Musikgruppe, Ministranten und eine Jugendgruppe; doch sind wir dabei, neue Gruppen vor allem für Kinder und Jugendliche zu bilden, denn für diese gibt es außer den kirchlichen Angeboten kaum etwas – besonders in diesen Tagen, in denen die großen Schulferien beginnen und die Kinder fast nicht vereisen (nur einige wenige besuchen Verwandte in Santa Cruz oder anderen Teilen Boliviens). Deshalb besuchten wir die zur Pfarrei gehörenden Schulen, um die Schüler für diverse neue Gruppen einzuladen, wie etwa „Infancia misionera“, eine missionarisch tätige Kindergruppe, sowie Kinderchor und eine Gruppe für Gesundheitspastoral, deren Aufgabe im Besuchen und Begleiten der kranken und älteren Leute besteht, welche nicht aktiv am Leben der Pfarrgemeinde und an den Gottesdiensten teilnehmen können. Die Leitung letzterer habe ich in Zusammenarbeit mit zwei Katechistinnen übernommen.
Eine Aktivität, die von den Kindern sehr gut angenommen wurde und wird, ist das Rosenkranzbasteln. Mit einer Gruppe Jugendlicher meiner Heimatpfarrei habe ich bereits viele Rosenkränze geknüpft, sodass ich darin bereits einige Übung habe. Doch war und ist es hier sehr schwierig, das entsprechende Material zu bekommen. Meine erste Idee war, anstelle von Perlen, die nur sehr schwierig zu finden sind, Samen eines Baumes zu verwenden, doch scheiterte dies an der Härte der Samen. Diese sind so hart, dass man die benötigten Löcher nicht einmal mit Bohrmaschine machen kann, da der Bohrer aufgrund der beim Bohren entstehenden Hitze ständig bricht. So blieb und bleibt weiterhin nur die Wahl, auf Perlensuche in der eine Tagesreise entfernten Departamentshauptstadt Santa Cruz zu gehen. Ein bisschen Material haben wir bereits und so bieten wir den Kindern die Möglichkeit, dass jeder seinen eigenen Rosenkranz basteln kann. Es besteht auch die Idee, Rosenkränze zum Verkauf zu basteln, doch dazu muss ich wohl erst noch Perlentauchen gehen...
Bei meinen ganzen Aktivitäten ist meine Geige bis jetzt noch nicht wirklich viel zum Einsatz gekommen; scheint, dass sie sich erst noch etwas aklimatisieren muss... Doch habe ich vor, in nächster Zeit auch mit ihr einiges zu unternehmen und mich etwas mehr in die Musikgruppe einzubringen.
Bisher habe ich Euch meine momentane Wohnsituation noch etwas verschwiegen, was sich aber jetzt ändern soll. Ich lebe hier mit zwei Steyler Padres, einem Deutschen und einem Indonesier, im Pfarrhaus der Pfarrei „Maria Asunta“. Dabei habe ich mein eigenes Zimmer mit eigenem Bad (sogar mit warmer Dusche). Die Pfarrei „Maria Asunta“, ist mit etwa 6 000 Seelen, von denen etwa die Hälfte außerhalb der Stadt in 12 Landgemeinden leben, eine nicht sehr große Pfarrei und nur eine von dreien, auf die das Stadtgebiet und seine umliegenden Dörfer aufgeteilt ist. Die Stadt ansich hat etwa 30 000 Einwohner und ist sehr ländlich geprägt. Es gibt außer am Stadtplatz und den angrenzenden Straßen nur Sand- bzw. bei Regen Schlammpisten. Und wenn man mit dem Auto durch die Stadt fährt, muss man aufpassen, dass man nicht diverse Hunde, Schweine, Hühner, Pferde oder Esel überfährt. Politisch gesehen ist sie als Provinzhauptstadt jedoch relativ bedeutend.
Mein Tagesablauf sieht jeden Tag etwas anders aus und ich kann ihn mir weitestgehend selbst gestalten. Doch ist der Tag in der Regel v.a. unter der Woche durch Spanisch-Unterricht und abends Messe ein bisschen vorstrukturiert. Für die restliche Zeit gibt es genug Arbeit, gerade im Pastoralbereich. Ziemlich vollgefüllt sind stets Samstag und Sonntag, da dies die Tage sind, an denen hauptsächlich die pastoralen Aktivitäten wie Gruppenstunden, diverse verschiedene Messen, etc. stattfinden – da ja die Leute unter der Woche arbeiten oder in der Schule sind.
Daneben gibt es natürlich immer wieder größere Veranstaltungen, wie im Leben jeder Pfarrgemeinde. So hatten wir am Sonntag, den 5. Oktober, Firmung mit etwa 50 Jugendlichen, den darauffolgenden Samstag einen Tagesausflug mit Kindern und Jugendlichen in eine naheliegende Landgemeinde namens Pasivicí, der ein bisschen als Urlaubstag für die Teilnehmenden gestaltet war, mit Baden im Stausee (hier hat jedes Dorf und jede Stadt seinen Stausee, der als Wasserversorgung für Mensch und Tier, oft auch zum Fischfang genutzt wird), einigen Spielen und leckerem Mittagessen für alle. Des Weiteren war ich mal eine Woche alleine für die Pfarrei zuständig, da die zwei Padres mit einigen anderen Leuten der Pfarrei zu einem Pfarrtreffen der Steyler Pfarreien Boliviens nach Cochabamba reisten, eine Zwei-Tages-Reise von hier entfernt. Dadurch habe ich auch etwas mehr Kontakt zur Bevölkerung bekommen, was durchaus wichtig ist. Am Sonntag, den 2. November, wurde dann schließlich Allerseelen, sowie eine Woche zuvor (nicht wie in Deutschland am 1. November) Allerheiligen gefeiert. Diese beiden Feste unterscheiden sich nicht sehr von den Feierlichkeiten in Deutschland. Allerheiligen ist nicht mehr als ein etwas festlicherer Gottesdienst und Allerseelen wird, wie in Deutschland, mit Messe am Friedhof mit Gräberrundgang und -segnung gefeiert, wenn auch in etwas wärmerem Ambiente. Der Gräberschmuck ist etwas bunter und in der Regel aus Kränzen mit Plastikblumen in den verschiedensten Farben – besonders schwarz, blau, weiß und rot –, sowie einer Vielzahl von Kerzen.
Einige werden jetzt unter diesen Festen vielleicht das besonders in Bayern sehr gefeierte Erntedankfest in meiner Aufzählung vermissen, doch fehlt dieses, zumindest zu dieser Jahreszeit, hier gänzlich – logischer Weise. Mit dem Eintreten der ersten ergiebigeren Regenfällen beginnt jetzt die Zeit der Aussaat. Die Jahreszeiten sind, anders als in Deutschland, bei weitem nicht so stark in Wachstumszeit (Frühling, Sommer) und eine Zeit, in der so gut wie gar nichts wächst (Winter), unterteilt. Man kann so gut wie das ganze Jahr über ernten, wenn auch die verschiedenen Früchte ihre mehr oder weniger begrenzte Erntezeit haben.
So, soviel zur Land, Leute und Leben hier.
In einigen Tagen will ich dann auch endlich die ersten Fotos schicken, um meine Schilderungen etwas zu verbildlichen. Doch war mir dies bisher nicht möglich, da kurz nach meiner Ankunft in San Ignacio meine Fotokamera kaputt gegangen ist. Scheinbar konnte sie sich nicht an das neue Umfeld gewöhnen. So habe ich mir jetzt in den vergangenen Tagen, in denen ich wieder für einige Besorgungen in Santa Cruz war, eine neue Kamera gekauft und werde also bald einige Bilder nachreichen können.
Ich hoffe, dass ich Euch einen weiteren Einblick in meinen MaZ-Einsatz geben konnte. Gerne könnt Ihr mir schreiben, per Mail oder auch per Post (wobei letzteres meist etwas länger dauert); ich freue mich über jede Nachricht von Euch.
So bleibt mir nun nichts anderes, als allen die herzlichsten Grüße und Wünsche aus dem schönen Bolivien zu schicken.

Saludos desde Bolivia, Severin
Pfarrkirche "María Asunta", eine von drei Pfarreien in San Ignacio
Padre Daniel, der Pfarrer, und ich
Padre Miguel, das dritte Mitglied unserer Kommunitaet, wie immer unterwegs...



Strasse in einem Siedlungsgebiet in der Stadt (1)



Strasse in einem Siedlungsgebiet in der Stadt (2)
Kinder mit ihrem Pfarrer

Ministranten auf dem Weg zur Messe
Die juengsten Ministranten
Beim Rosenkranzknuepfen







Altenbesuche, Aufgabe der Gruppe "pastoral de salud"



Jugendliche der Pfarrei



Hausaltar zum Fest des im Haus verehrten Heiligen







Auf dem Weg in eine Landgemeinde



Auf dem Land



Auf dem Dorfplatz angekommen



Die Kapelle einer Landgemeinde, festlich geschmueckt



Die Festprozession (am Patronatsfest)



... und dazu die Festmusikanten





Chicha! Das darf bei keinem Fest fehlen.
Die Herstellung ist "Frauensache"







Die Kapelle im Weihnachtsschmuck



Krippe



Bauer beim Melken



Beim Grillen, mhh... leckeres Churasco
(gegrilltes Rindfleisch, mit Reis, Yuca und anderen Beilagen)



... und mit der ganzen Familie am Tisch!






Erste Eindrücke aus Bolivien

Bolivien, San Ignacio de Velasco, 2. Oktober 2008,
Rundbrief Nr.2

Ein herzliches Grüß Gott und Hallo an alle!

Es ist soweit: der erste Rundbrief aus dem Tiefland Boliviens tritt seine Reise an!
Ich bin nun schon fast vier Wochen in Bolivien und seit etwa zweieinhalb in meinem Einsatzort San Ignacio de Velasco, im Departamento Santa Cruz in Bolivien. In dieser Zeit habe ich schon erste Einblicke in eine mir bisher unbekannte Kultur gewonnen und viel Bewegendes erlebt; Bewegendes im wahrsten Sinne des Wortes nicht zuletzt auch wegen der momentanen schwierigen politischen Situation in diesem Land. Aber keine Angst, mir geht es gut und bin wohlauf!
Jetzt aber von Anfang an...
Am 5. September habe ich nach einer langen aber angenehmen Flugreise von München, über Paris und Sao Paulo, mein vorläufiges Ziel Santa Cruz de la Sierra in Bolivien erreicht. Dort angekommen, habe ich erst einmal meine Pullover ausgepackt, die ich in Erwartung auf ein subtropisch-warmes Klima freilich ganz unten im Gepäck verstaut hatte; in diesen Tagen hat sich noch einmal mit „eisigen“ +15˚ C ein letzter Winterausläufer breit gemacht. Doch hat der Sommer dann schnell Einzug gehalten und die Temperaturen sind innerhalb von einem Tag auf 30 bis 35 Grad geklettert.
Die ersten Tage habe ich also – wie bereits schon angedeutet – in der Millionenstadt Santa Cruz in einem Haus der Steyler Missionare verbracht. Von dort aus sollte es dann per Geländewagen mit zwei Steyler Padres, die ebenfalls in San Ignacio und San Miguel (Nachbarortschaft von San Ignacio) leben, an meinen endgültigen Zielort San Ignacio de Velasco gehen. Doch war das leichter gesagt als getan: um diese normalerweise achtstündige Autofahrt zu bewältigen, mussten wir am Mittwoch, den 10. September, bereits um halb 6 Uhr morgens die Autofahrt antreten, wegen einer planmäßigen Brückensperrung. Nach eineinhalb Stunden Fahrt auf mehr oder weniger gut asphaltierter Straße an besagter Brücke angekommen, konnten wir diese dennoch nicht passieren. Der Grund: ein Bloqueo. Eine aufständische Gruppe Jugendlicher versperrte bereits seit Mitternacht die Brücke völlig. Deren Ziel: durch die Blockade der wichtigsten Verbindungsstraße zwischen dem Nordosten Boliviens und dem Rest des Landes Druck auf die Regierung auszuüben. Da blieb uns dann nur eine Wahl: die Rückkehr nach Santa Cruz und dort abzuwarten, bis sich die Lage beruhigt. Als uns die Nachricht „Bloqueo aufgehoben, Brücke wieder frei!“ erreichte, starteten wir den zweiten Versuch, nach San Ignacio zu gelangen. Doch auch dieser scheiterte wegen mehreren neuen Bloqueos ein paar Stunden Autofahrt nach jener Brücke. Daraufhin wollten wir einen anderen, zwar im Straßenzustand weitaus schlechtern und viel längeren, aber wenigstens bloqueofreien Weg fahren, doch scheiterte auch dies, wegen Benzinmangels. Aufgrund der zahlreichen Bloqueos konnten auch die Treibstofflieferungen per Lastwagen die Tankstellen nicht erreichen. Also wieder zurück nach Santa Cruz, abwarten und die Zeit mit Kartenspielen verbringen. Am darauffolgenden Tag neuer und dritter Versuch über jenen schlechten aber freien Weg mit genügend Benzinvorrat. Und man höre und staune, wir sind durchgekommen; nach 16-stündiger Fahrt, um ein Uhr nachts, sehr erschöpft aber glücklich und hervorragend durchgeschüttelt, endlich am Ziel! Ich hätte nicht gedacht, dass in eine Straße soviele Schlaglöcher passen (wenn man das überhaupt Straße nennen kann)!
Soviel zur Reise und der Situation in Bolivien.

Abgesehen von den Bloqueos haben ich aber von den Aufständen und Straßenschlachten nichts mitbekommen; hier in San Ignacio ist alles sehr ruhig (wenn man von dem überaus zahlreichem Hundegebell und Hahnengekräh von 2 Uhr morgens bis 11 Uhr nachts einmal absieht).
Meine momentane Hauptaufgabe besteht jetzt darin, Spanisch zu lernen, und nebenbei gleich ein bisschen die Pfarrei, die Leute hier, sowie einige der umliegenden Dörfer, die ebenso zur Pfarrei gehören, kennen zu lernen. Dabei habe ich auch schon so einige bewegende Einblicke in das Leben der Bevölkerung bekommen.
Normalerweise habe ich ein- bis zweimal am Tag Spanisch-Unterricht und die restliche Zeit nutze ich zum Selberlernen und mit den Leuten, v.a. den Kindern und Jugendlichen ins Gespäch zukommen, von denen es hier sehr viele gibt (mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als zwanzig Jahre!) und so meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Aber die Leute hier machen es mir sehr leicht, wenn auch ihr spanischer Dialekt für mich noch ziemlich schwierig zu verstehen ist; es wird so ziemlich fast alles weggelassen, was man weglassen kann, vorzüglich s-Laute, und der Rest wird ziemlich genuschelt. Aber ich versteh von Tag zu Tag mehr.
Natürlich nehme ich auch schon etwas an den Aktivitäten der Pfarrei teil; momentan freilich noch mehr als passiver Zuschauer. So hatten wir zum Beispiel vorletzten Sonntag einen Bibeltag in einem zur Pfarrei gehörigen Dorf, an dem wir mit den Leuten in Gruppen über und mit der Bibel gearbeitet haben, und letzten Sonntag Erstkommunion mit 150 Kindern! An dieser konnte ich aber leider nicht teilnehmen, weil ich zu einer Diakonweihe eines Steyler Bruders, der in Santa Cruz lebt, eingeladen war und dort auch mit der Geige etwas gespielt habe (momentan sind die Straßen bloqueofrei, weil die Regierung mit besagten Gruppen zu einer mehr oder weniger dialogfördernden Versammlung zusammengetreten ist).
Daneben habe ich auch schon so einige Fiestas miterlebt; die Bolivianer sind Meister im Feste feiern und wenn sie feiern wollen, finden sie bestimmt einen Grund. So gibt es zum Beispiel einen Tag des Lehrers, einen Tag des Schülers, den Tag der Sekretärin und weiß was ich was die sich alles einfallen lassen. Das muss natürlich alles richtig gefeiert werden, mit Schulfrei und allem, was sonst noch so dazu gehört! Dazu kommen dann noch diverse Gründungsfeste von Stadt, Departamento, Schule,... und ganz besonders groß gefeiert werden hier die Patronatsfeste der Kirchen und Kapellen. Dies sind meistens sehr bunte, laute und schöne Feste, von denen ich auch schon mehrere miterleben durfte. An diesen Festen nimmt dann das ganze Dorf teil, es werden traditionelle Tänze in den buntesten Gewändern aufgeführt, dazu spielen die Dorfmusiker einen mehr oder weniger undefinierbaren Lärm, bei dem meistens nur zahlreichen Trommeln und Flöten herauszuhören sind, und es wird viel gegessen (in der Regel Hühnchen oder Rindfleisch mit Reis) und getrunken (das Festgetränk hier ist – wohl wie im Rest Boliviens auch – das sog. Chicha, ein aus Mais gebrautes Getränk).
Das typische Essen der Bevölkerung besteht in der Regel aus Reis, Yuca und Hühnchen. Nur an Feiertagen gibt es anderes Fleisch, Gemüse und Kuchen.
Auch wenn das Essen an sich nicht schlecht schmeckt, war es für mich anfangs schon etwas gewöhnungsbedürftig, v.a. bei den einfachen Leuten in den Dörfern von den nicht so ganz hundertprozentig sauberen Tellern kaltes Hühnchen mit kaltem Reis zu essen. Aber mittlerweile ist auch das kein Problem mehr. Ich hab mich hier schon ganz gut eingelebt, wohl nicht zuletzt auch auf Grund der hervorragenden Vorbereitung mit den Steyler MissionarInnen.
„Wie eine große Sonnenblume aus einem kleinen Kern entsteht, so klein beginnt ein MaZ sein Wirken, wenn er jetzt in die Ferne geht.“, gab mir jemand mit auf den Weg. Und man muss wirklich sehr klein anfangen, zuschauen und lernen, viel lernen; langsam Wurzeln fassen und vorsichtig Triebe ausbilden, um dann als Sonnenblume blühen und als MaZ arbeiten zu können.
Ich hoffe, ich konnte Euch einen ersten kleinen Einblick über das Land und mein Leben hier geben und freue mich immer über Nachrichten und Neuigkeiten aus der Heimat und den anderen Teilen der Welt.

Ganz liebe Grüße an alle aus Bolivien,
Severin

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