Sonntag, 13. Juni 2010

Die MaZ-Sonnenblume hat ihr Lebenswerk vollendet und ihre Samen gesät




 



Die Sonneblume: Mein MaZ-Symbol! Denn wie das Leben einer Sonneblume, vom kleinen Samen bis hin zur großen Blume mit wunderschönen Blüten, so ist auch der Einsatz als Missionar auf Zeit in einer anderen Kultur, in einem anderen Land. So war mein Einsatz in Bolivien.
Ausgezeichnet von vielen, wunderschönen, großen und kleineren Blüten.






Jetzt bin ich wieder da! Daheim! Zurück in Deutschland, in der Heimat, bei der Familie, im „altgewohnten“ Umfeld. Fast drei Wochen ist es nun schon her, dass ich in Deutschland wieder gelandet bin. Drei Wochen ist es schon her, dass ich mich von San Miguel und San Ignacio de Velasco verabschiedete, welche in den vergangenen zwanzig Monaten meine Arbeits- und vor allem Lebensumfelder waren, meine „zweite Heimat“.
Zweieinhalb Wochen schon wieder zurück in Deutschland, und doch bin ich irgendwie noch nicht ganz angekommen. Das wird auch noch seine Zeit dauern. Denn hier ist es seltsam, sehr seltsam. „Was?“, willst du fragen, „Was ist seltsam?“. Alles! Es ist nicht leicht, wieder in der Heimat anzukommen. Um ehrlich zu sein, mir fällt es sogar schwerer, als mich von den Leuten, von San Ignacio und San Miguel zu verabschieden. [...]

Samstag, 5. Juni 2010

Zwischen musikalischen „Ausgrabungen“ und internationalem Musikfestival. Hat man da noch Zeit?


San Miguel de Velasco, Bolivien, 27. April 2010


Ein herzliches „hola y buenas tardes“ an alle!

Eigentlich, um ehrlich zu sein, habe ich gar keine Zeit. Keine Zeit? Richtig, keine Zeit! Keine Zeit, um mich hinzusetzen und einen Rundbrief zu schreiben. Doch da komme ich ins Grübeln, und beschlieβe, mich doch an den Computer zu setzen, um ein paar Gedanken und Erlebnisse in die Weite Welt zu senden. Denn ich bin es euch allen schuldig, die ihr mich so sehr unterstützt habt und immer noch unterstützt, in allen erdenklichen Formen. Und abgesehen davon, er ist ja auch seit Langem schon überfällig, der 11. Rundbrief aus meinem MaZ-Einsatz in der Chiquitanía, im Oriente von Bolivien. Aber es wird ebenfalls sicherlich der letzte aus Bolivien sein, denn die Zeit, die mir hier noch verbleibt, verkürzt sich mit jedem Tag deutlich, mein MaZ-Einsatz nähert sich mit groβen Schritten seinem Ende und das Rückflugdatum wirft seine Schatten voraus: drei Wochen noch...

Ich überlege nochmal: warum habe ich eigentlich keine Zeit? Ich hatte doch immer Zeit. Natürlich, zwischendrin immer viel los, viel zu erledigen, viel Arbeit, viele Ideen, Tatendrang. Nun sind es schon fast zwei Jahre, dass ich hier in Bolivien, in San Ignacio und San Miguel, lebe und arbeite, mit den Menschen feiere, bete und genieβe. Nie hatte ich das Gefühl, für irgendetwas wichtiges keine Zeit zu haben. Zwei Jahre, oder besser gesagt 20 Monate, am Anfang scheint es ewig lang zu sein; in so viel Zeit kann man alles machen. Doch nun erlebe ich das Phänomen, keine Zeit zu haben; keine Zeit zu haben, um zu leben? Um zu genieβen? Um einfach nur Da zu sein? Nein. Da stimmt irgendwie etwas nicht. Eine meiner Devisen war immer: wer keine Zeit hat, nimmt sich keine! Freilich ist da noch viel Arbeit, die eigentlich gemacht werden sollte. Aber ich muss auch feststellen, dass ich einige Dinge, die ich bereits angefangen habe, nicht fertigstellen werden kann. Nicht in den drei Wochen, die mir noch bleiben. Einige werde ich in Deutschland vollenden, andere muss ich anderen Leuten überlassen, oder bleiben einfach liegen (aber dann sind sie auch nicht so wichtig). So fasste ich den Entschluss, mir Zeit zu nehmen. Zeit, um die letzten drei Wochen noch so richtig intensiv zu erleben, leben und genieβen; und einen Teil der geplanten Arbeiten fertigzustellen. Aber ich werde mich davon nicht unter Druck setzen lassen. Also habe ich wirklich keine Zeit? Natürlich habe ich Zeit! Und ganz besonders nehme ich mir Zeit, um diesen letzten Rundbrief aus San Ignacio und San Miguel an jeden einzelnen von euch zu schreiben.

Den vorherigen Rundbrief schrieb ich zu Beginn des Jahres. Viel ist seither passiert. Zu viel, um alles, oder auch nur wenigstens die Hälfte, erzählen zu können. Mir wird nur möglich sein, einige kleine Bruchstücke, Erlebnisse, Erzählungen und Stichpunkte aus dem Erlebten herauszunehmen. Aber wenigstens das will ich tun.

Um nicht zuerst in weit Vergangenes zu schweifen, will ich im Hier und Jetzt anfangen. Mit dem Aktuellsten, wo wir gerade mitten drin sind: dem groβen, berühmt-berüchtigten Internationalen Barockmusikfestival, das zum achten Mal in der Chiquitanía, im Oriente Boliviano, stattfindet. Ich finde es groβartig, es hier, in Bolivien, erleben zu können, zum Einen als aktiver Teilnehmer mit der Streichergruppe von San Miguel, und zum Anderen als passiver Zuhörer der hochkarätigen internationalen Ensembles und Gruppen, welche europäische und amerikanische Barock- und Renaissancemusik interpertieren, in den unterschiedlichsten Besetzungen, von Vokalensembels und Chören über Streichergruppen, Blech- und Holzbläserensembles bis hin zu den Streichorchestern und Chören der örtlichen Musikschulen. Einfach genial. Mit der Streichergruppe der Musikschule von San Miguel konnten wir bereits zwei Konzerte erfolgreich gestalten mit einem abwechslungsreichen Repertoire wie etwa den Sonaten aus den ehem. Chiquitanischen Jesuitenreduktionen, Kammersonaten von Corelli, Duos, Trios und folklorische Stücke. Für den kommenden Donnerstag steht noch eine weiter Aufführung in der Kathedrale von San Ignacio aus. Die Probenarbeit zur Vorbereitung war und ist immer noch sehr intensiv, aber dank dem Engagement und groβen Einsatz der beiden weiteren Instrumentallehrer, welche seit Ende Januar nun beinahe vollständig das Unterrichten der Schüler übernehmen und mir so mächtig unter die Arme greifen, konnten wir zusammen die geplanten musikalischen Werke effizient erarbeiten. Und ich denke, das Ergebnis dieser sehr intensiven Arbeit (normalerweise jeden Tag eineinhalb Stunden, in den letzten Wochen vor dem Konzerten den ganzen Nachmittag und die Wochenenden) kann sich hören lassen. Auch muss ich sehr die Ausdauer und Anstrengungen der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen bewundern.

Des Weiteren war es in den letzten Monaten eine wichtige Aufgabe, welche nicht immer ganz einfach war, der Musikschule in San Miguel eine gute Infrastruktur zu geben, sie zu organisieren und die Aufgaben auf verantwortungsbewusste Leute zu übergeben. Dabei erscheint mir besonders wichtig die aktive Teilnahme der Schülereltern. Deren Teilnahme an den monatlichen Versammlungen war bisher jedoch leider immer etwas spärlich. Vor allem ist es manchmal schwierig, den Eltern klar zu machen, dass die ersten Verantwortlichen und Interessierten sie selbst sind, als Eltern ihrer Kinder, welche den Musikunterricht genieβen dürfen. Diejenigen, die sich für die Kinder und Jugendlichen einsetzen müssen, sind in erster Linie ihre Eltern. Viele scheinen das leider noch nicht verstanden zu haben. Aber einige Eltern haben schon Verantwortungen übernommen und helfen so in der Organisation mit. Auch konnten wir bereits den Musikunterricht auf ein weiteres Instrument ausweiten: Gitarre. Das Interesse der Jugendlichen an diesem Instrument ist sehr groβ. So kauften wir sieben Gitarren, und seit einer Woche sind fast 30 Jugendliche und Kinder am Gitarrelernen. Hoffentlich machen sie auch so begeistert weiter, wie sie angefangen haben. Es wird mir sicherlich nicht leicht fallen, das Musikschulprojekt sich selbst zu überlassen, aber ich bin voller Hoffnungen für die Zukunft dieser.

Als ein gröβeres Unternehmen, als ich zu Beginn der Arbeiten gedacht hatte, hat sich eine Dokumentationsarbeit der hiesigen folklorischen Musik, eingebettet in die vor allem religiösen Tradition der Bevölkerung, erwiesen. Auf Grund der Notwendigkeit einer Dokumentierung dieser Musik und seiner Traditionen, welche bereits nahe ihrem Untergang und des Vergessenwerdens steht, sah ich mich dazu ermuntert, diese Arbeit anhand der Traditionen von San Miguel auf mich zu nehmen, um der Bevölkerung, die Protagonisten dieser Traditionen, die Chance bieten zu können, mit Hilfe dieser Dokumentation die Traditionen, besonders auch in musikalischer Hinsicht, wieder neu zu beleben. Während der Arbeit fielen mir besonders zwei Dinge auf: erstens, dass es unmöglich ist, die musikalischen und religiösen Traditionen in ihrer ganzen Vollständigkeit zu erfassen, und zweitens, dass ich in den mir bleibenden drei Wochen diese Arbeit fertigstellen kann. Im ersten Punkt will ich wenigstens Versuchen, so viel wie möglich dieser wunderbaren Tradition zu erfassen, und im zweiten möchte ich zumindest das Sammeln des musikalischen Materials (Aufnahmen, Texte, etc.) abschlieβen. Die Ausführung kann ich dann auch in Deutschland fertigstellen. Eine Schwierigkeit in diesem Unterfangen besteht in der darin, die Musiker, welche diese Musik spielen und alle schon höheren Alters sind, dazu zu bringen, die Aufnahmen der Musikstücke zu machen und ihr ganzes Wissen über diese Musik und ihre Instrumente herauszubekommen. Hilfreiche Mittel dabei sind hochprozentige alkoholische Getränke wie Wisky oder andere Schnäpse. Denn nur so bleibt die Kehle feucht und munter. Doch auch damit ist es sehr schwierig, an die Aufnahmen und Informationen zu gelangen. Leider gibt es nur wenig Interesse seitens einheimischen Bevölkerung an der Neubelebung und Dokumentation dieser Traditionen. Und noch weniger von den Jugendlichen. Aber während ich mich mehr in diese Arbeit vertiefe, umso mehr erstaune ich vor der Tiefe der religiösen Bedeutung, des Symbolismus und der Botschaft darin. Es ist unglaublich, wenn man sieht, bis in welch kleinste Detailes die Überzeugung und Umsetzung des katholischen Glaubens darin geht. Da kann man vor der Arbeit, Hingabe und dem Erfolg der Evangelisierung der Jesuiten nur staunend erblassen. Unvorstellbar, was die Jesuiten damals, vor 300 Jahren leisteten und erreichten, indem sie diese Traditionen und ihre christlich-katholischen Werte in der indigenen Bevölkerung so tief verwurzeln konnten, dass sie bis zum heutigen Tage, mehr als 200 Jahre nach der Vertreibung der Jesuiten, lebendig sind.

Gerade auch wegen dieser Vielfalt der Traditionen, welche besonders in der Karwoche zum Ausdruck kommen, genoss ich diese Woche und das groβe Ereignis des Osterfestes in San Miguel. Einerseits gestalteten wir mit der Musikschule die Hauptmessen der Feiertage wie Palm- und Ostersonntag, Gründonnerstag und die Osternacht, andererseits war es mir eine besondere Freude, diese einzigartige Woche mit ihren alten, in der Bevölkerung tief verwurzelten Traditionen und Zeremonien mitzuerleben, welche in dieser Zeit am meisten Bedeutung haben. Angefangen vom Freitag vor dem Palmsonntag, an dem der letzte groβe Fastenzeitkreuzweg mit szenischen Darstellungen und der Begleitung der Statue der Virgen Dolorosa stattfindet, dem Palmsonntag mit der Palmsegnung und Prozession mit Jesus auf dem Esel, der feierliche Einzug in die Kirche, und im selben Gottesdienst noch der Umschwung hin zum Gedenken an die Passion Christi, was vor allem in der traditionellen Musik zur Geltung kommt. Die groβen Prozessionen finden dann am Mittwoch der Karwoche, Gründonnerstag und Karfreitag stets abends statt. Jedesmal mit anderen lebensgroβen Statuen von Maria, Jesus, und dem Apostel Johannes. Am Gründonnerstag der Gottesdienst mit der Fuβwaschung der 12 Apostel, welche der Priester an 12 betagteren Männern vollführt, die Eucharistische Anbetung bis Mitternacht, sowie die Karfreitagsliturgie und die in absoluter Stille gefeierte und szenisierte Abnahme des Jesus vom Kreuz und seine Bestattung im Grab, was mit einer lebensgroβen Christusstatue durchgeführt wird, die anschlieβend gesalbt, in priesterliches Gewandt gekleidet und in ein tragbares Grab gebettet wird, um danach in die Prozession hinauszuziehen. Nach der besonders feierlichen Osternacht dann das freudige und lustige Ritual der Begegnung zwischen Maria und dem Auferstandenen, dargestellt ebenso mit getragenen lebensgroβen, geschmückten Statuen, welche einen Wettlauf veranstalten, und sich dann voller Ehrfurcht treffen, begleitet von einem traditionellen Kindertanz. Daneben treten auch die Maskentänzer auf, welche, mit bunten Masken vor den Gesichtern einen etwas seltsamen Tanz zum Klang einer einfachen Bambusflöte darbieten, und so angeblich diejenigen Personen darstellen, welche Jesus verraten haben und dann vom Auferstandenen nicht wiedererkannt werden wollen. Wenn man nur die im Verlauf dieser Woche in San Miguel in Prozessionen und Zelebrationen verwandten Statuen zählt, kommt man auf 8 lebensgroβe, stets den Umständen entsprechend verkleidete und geschmückte Holzstatuen, ohne die Vielzahl der verkleideten Schauspieler und Tänzer zu zählen. Das allein zeigt schon die groβe Wichtigkeit dieser Feste für die Bevölkerung, mit einer Vielzahl der verschiedensten Traditionen und Rituale aller Art, an denen eigentlich fast alle Gläubigen aktiv mit teilnehmen. Die Feierlichkeiten der Kar- und Ostertage finden ihren Abschluss mit der Speisesegnung am Ostersonntag Mittag, bei dem aber nicht nur Speisen, sondern auch erst werdende Speisen, also kleine Kücken, Hennen, kleine Schweine, sogar bis hin zum Gürteltier, gebracht werden.

Neben diesen ganzen Aktivitäten finde ich es auch sehr wichtig, mir Zeit zu nehmen, um mich mit guten Freunden, vor allem in San Ignacio, zu treffen, zusammen Zeit zu verbringen und diese tollen Freundschaften, welche sicherlich für mein ganzes weiteres Leben eine groβe Bedeutung haben werden, zu pflegen, zu genieβen und zu festigen. Das konnte ich in den vergangenen Monaten erleben, wie hilfreich und wunderbar gute Freundschaften sind, die mit einem alle Sorgen, Nöte und Freuden teilen und tragen. Es ist wirklich war: ein guter Freund, eine gute Freundin, in die man volles gegenseitiges Vertrauen haben kann, ist mehr als Gold wert. Ohne diese Freundschaften wäre mir das Durchhalten in schwierigeren Momenten meines Einsatzes, vor allem während der kraftzehrenden Wochen der intensiven Proben vor verschiedenen Konzerten in San Miguel, nicht so leicht gefallen.

Auch darin sehe ich einen Teil meiner „Mission“ als MaZ, als Missionar auf Zeit, hier in Bolivien. Denn das Maz-Motto heiβt ja nicht nur mit-arbeiten und mit-beten, sondern in erster Linie mit-leben. Wer nicht lebt, ist nicht. Und wer sich nicht um das Leben kümmert, sondern nur um das Arbeiten, der verliert Zeit und vor allem ganz viele schöne, besondere Momente und Augenblicke. Die Leute von hier haben mich gelehrt, wie man lebt. Sie haben mich gelehrt (und tun es immer noch), allem seinen Raum zu geben: Trauer und Freude, Tatendrang und Entspannung, Anstrengung und Erhohlung. Und vor allem, alles, aber auch alles, ganz besonders als einmaliges Erlebnis zu genieβen. So bedeutet MaZ für mich auch, einfach nur Da sein. Im Hier und Jetzt. Und so Zeugnis geben von seinen religiösen und anderen Überzeugungen in jederlei Hinsicht. Es ist gar nicht so wichtig, was man genau macht, in welchen Bereich man arbeitet, für was genau man sich einsetzt, oder mit bzw. für wen man arbeitet und da ist. Das Wichtigste ist, es aus voller Überzeugung zu machen. Mission heiβt „geschickt sein“. Stimmt. Aber Mission heiβt auch in erster Linie „Da sein“. „Da sein“ für die Mitmenschen, „Da sein“ für Gott und seine Pläne.

So, genug gepredigt. In diesem Sinne wünsche ich euch, jeden Moment, jedes Erlebnis, jeden Augenblick einfach nur genieβen zu können und voll in ihm, im Präsens, zu leben, und einfach Da sein zu können. Die Fotos der vergangenen Monate werde ich dann in Deutschland aussortieren und ins Internet auf meinen Blog stellen.

Ich wünsche euch allen noch eine gesegnete restliche Osterzeit und alles Gute.

Ganz liebe Grüße an jeden einzelnen, heute aus San Miguel.

Euer Severin Parzinger




Die Ministranten in San Ignacio bei einer Tanzvorführung

...da muss sogar der Pfarrer zur Trommel greifen!

Die "Semana Santa", die ich dieses Jahr in San Miguel gefeiert habe, beginnt auch hier selbstverständlicherweise mit dem Palmsonntag,

an dem der Pfarrer natürlich zuerst die Palmzweige segnen muss,

um anschließend den feierlichen Einzug zu halten,
begleitet von der Jesusstatue auf dem Esel.

Nach jedem Festgottesdienst darf freilich der "Brindis" mit der Chicha nicht fehlen.

Besonders szenisch und dramatisch werden die Kreuzwegsandachten in den Kartagen gestaltet.


Die feierlichen Prozessen durch das Dorf an den Kar- und Ostertagen sind immer sehr eindrucksvoll.

Die Fußwaschung während der Gründonnerstagsliturgie.

Am Abend des Karfreitags wird die Kreuzesabnahme gefeiert, bei der die lebensgroße Christusstatue vom Kreuz abgenommen wird,


ins Heilige Grab gebettet wird,

und anschließend ebenfalls in einer Prozession durch's Dorf geleitet wird.

Nach den Kartagen findet die "Semana Santa" ihre Krönung im Osterfest, dessen Beginn natürlich die Osternacht darstellt.


Am Ostertage und nach der Osternacht werden traditionelle Tänze aufgeführt, sogar mit Verkleidungen.

Mit der Speisesegnung am Ostersonntag Mittag beschließt sich die "Semana Santa".

Doch kaum war das Osterfest vorüber, so stand schon das Internationale Barockmusikfestival ins Haus, bei dem eine Gruppe unserer Musikschule sehr erfolgreich teilnahm.

Wir gaben Konzerte in verschiedenen Kirchen,
in verschiedenen Kammermusik- und Streicherbesetzungen.

Die Vorbereitung dafür war sehr intensiv und es kamen sogar französische Musiker, um uns zu unterstützen und einen Meisterkurs anzubieten.

Aber nach den Konzerten brauchte man schon eine kräftige Stärkung,

damit man dann auf dem Heimweg nicht schlapp macht.

Ein weiterer Arbeitsbereich in meinen letzten Monaten war die Dokumentation der folklorischen Musik von San Miguel.
Dabei war die Aufnahmearbeit nicht immer einfach mit den guten alten Herren,

und dafür musste man schon mal stattliche Entfernungen auf dem Motorad zurücklegen, um die Musiker aufzufinden.





Zu den Aufnahmen konnte man die Leute immer nur mit einem guten Schluck Schnaps bewegen (was natürlich die Sache dann nicht unbedingt leichter machte...).



Samstag, 2. Januar 2010

Weihnachten und Neujahr 2010

San Ignacio de Velasco, Bolivien, 02. Januar 2010,
Rundbrief Nr. 10

Ein herzliches Grüß Gott an alle aus Bolivien im Jahre 2010!

Wenn auch leider etwas verspätet – aber lieber spät als nie – möchte ich es nicht versäumen, Euch allen zu Weihnachten und Neujahr zu gratulieren. Im Nachhinein will ich so allen noch ganz frohe und gesegnete Weihnachten wünschen. Ich hoffe, dass ihr das Fest der Menschwerdung Christi schön und gebührend feiern und dieses wunderbare Ereignis wieder einmal neu in seinem vollen Glanz erleben konntet. So wünsche ich allen, dass Jesuschristus im Herzen eines Jeden von uns von Neuem einen Platz, einen Stall mit Krippe, finden und so unser Leben stets erneuern kann. Denn Weihnachten ist ja nicht nur ein Fest, das zwei oder drei Tage des Jahres dauert, sondern Weihnachten soll alle Tage sein! Alle Tage unseres Lebens. Deshalb ist es also auch nie zu spät, Frohe Weihnachten zu wünschen... :-)

Ebenso kaum zu glauben ist, dass das in Vielem so großartige Jahr 2009 bereits sein Ende und ein neues Jahr seinen Anfang gefunden hat. Deshalb auch die besten Wünsche aus Bolivien für ein Frohes und Gesegnetes Neues Jahr 2010 für jeden einzelnen von Euch!

Diese beiden Feste, wie auch die Adventszeit, konnte und durfte ich erneut, das zweite Mal, hier in San Ignacio und San Miguel im westlichen Tiefland Boliviens feiern. Es waren schöne Feste, wenn auch sehr arbeitsintensive und anstrengende; vielleicht auch deshalb vergeht diese Zeit immer so arg schnell...

Doch will ich beginnen, wo ich das letzte Mal stehen geblieben bin. Meine Arbeit und Lebensweise gliedert sich nun praktisch in zwei Bereiche und zwei Orte: die pastorale Mithilfe in der Pfarrei María Asunta in San Ignacio und die Musikschule in San Miguel, wobei ich in den letzten Monaten viel mehr Zeit im Letzteren verbrachte. War es doch anfangs so, dass ich drei Tage der Woche dort und vier Tage in San Ignacio war, so hat sich das in den letzten Wochen etwas umgekehrt, denn meist verbrachte ich Montag oder Dienstag bis Samstag in San Miguel und immer nur das Wochenende in San Ignacio.

So konnten wir mit der Musikschule in San Miguel neben den vielen Unterrichtsstunden und Proben mehrere schöne Aufführungen verwirklichen. Die Proben und der Instrumentalunterricht ist stets Gruppenunterricht und findet für alle Schüler jeden Tag, in den Schulferien sogar zweimal täglich statt, was natürlich seine Vor- und Nachteile hat. Der Nachteil ist, dass die Proben oft sehr eintönig, mühsam und zäh sind durch das ständige Wiederholen von den selben Dingen. Doch die Kinder und Jugendlichen – wohl auch mentalitätsbedingt – sind kaum an selbstständiges Arbeiten gewohnt (auch machen sie z.B. nur sehr wenig Hausaufgaben), und auf diese Art und Weise kann wenigstens ein guter Fortschritt gewährleistet werden. So begann der Unterrichtstag für mich meist um acht oder halb neun Uhr morgens bis um zwölf mittags; am Nachmittag dann von zwei Uhr bis acht oder neun Uhr abends, oft auch etwas später. Arbeiten wie das Schreiben von Noten oder Stimmauszügen, von Berichten und ähnliches blieben dann stets für den späten Abend.

Aber aller Aufwand war der Mühe wert, denn wir konnten, wie bereits erwähnt, mehrere schöne Konzerte geben. So etwa konnten wir die Gottesdienste am ersten Adventsonntag und am ersten Weihnachtsfeiertag in San Miguel und am 27. Dezember in San Ignacio (anlässlich auch der Einweihung des neuen Pfarrsaales) musikalisch mit populärer Kirchenmusik, barocken und klassischen Chor-und Instrumentalsätzen, sowie auch mit folklorischen Tänzen gestalten. Daneben konnten wir sehr erfolgreich ein Projekt zwischen den Musikschulen von San Miguel und der aus der Nachbarortschaft Santa Ana durchführen: zwei gemeinsame Weihnachtskonzerte; am 19. Dezember gemeinsam in San Miguel und am 20. Dezember dasselbe in Santa Ana. Dafur hatten wir über einen längeren Zeitraum in beiden Musikschulen dasselbe Programm erarbeitet und für die Konzerte beide Gruppen zusammengeführt; den Chor von San Miguel und die Orchester (mit Anfängern und Fortgeschrittenen) von San Miguel und Santa Ana; im Ganzen 65 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren. Das Ergebnis übertraff unsere Erwartungen bei Weitem, denn nicht nur die beiden Konzerte gelangen sehr gut, sondern viele schlossen unter den beiden Gruppen von Santa Ana und San Miguel Freundschaften, und die Kinder erlebten einen unglaublichen Motivationsschub, sodass einige einen unerwarteten Ehrgeiz entwickelten und manchmal mehr proben wollten, als den Lehrern lieb war. Die überaus positive Bilanz wird auch durch einige Transportschwierigkeiten kaum getrübt: Als wir von San Miguel am 17. Dezember zu einem gemeinsamen Probentag nach Santa Ana fahren sollten, versprach uns die Gemeindeverwaltung ihren Bus. Doch dieser kam erstens überaus verspätet an und musste dann auch noch überhohlt werden, sodass man uns schließlich in zwei Camionetas (Geländewagen mit kleiner Ladefläche hinten) auf die eineinhalb Stunden lange Reise schickte. Doch hatten wir dabei noch Glück, denn als wir, die beiden Gruppen zusammen, am 20. Dezember, also nach dem gemeinsamen Konzert in San Miguel, uns ebenfalls im selben Reisebus erneut auf den Weg nach Santa Ana machten (diesmal kam der Bus wenigstens pünktlich), mussten wir bereits nach 20 Minuten Fahrt einen Nothalt machen. Die Diagnose: eine aus der Verankerung herausgebrochene Hinterachse. Mitten im Nirgendwo unreparierbar. Da standen wir nun mit 65 hungrigen und unausgeschlafenen Kindern (wir fuhren bereits um halb sechs Uhr morgens los, um zeitig nach Santa Ana zu kommen) mitten in der Pampa ohne Aussichten auf Besserung. Denn diese Straße ist nicht sehr frequentiert und an Handyempfang ist da gar nicht zu denken. Nur Glück hatten wir, als wenig später die Eltern von einem unserer Schüler im eigenen Auto kamen, noch einmal zurück nach San Miguel fuhren, Brot und Getränke als Frühstuck brachten und einen anderen Kleinbus organisierten, sodass der Großteil der Teilnehmer den Weg nach Santa Ana fortsetzten konnte. Zu zehnt mussten wir dann auf die Rückkehr und zweite Fahrt des Kleinbusses warten. Doch während wir warteten, konnte unser Busfahrer die ausgebrochene Hinterachse wieder an seinen Platz fixieren – mit Holzklotzen und Stricken – und die Fahrt konnte weitergehen! Das Konzert, das für 8 Uhr morgens geplant war, spielten wir dann um 11 Uhr, was aber kein größeres Problem darstellte.

Auch das Fortbestehen der Musikschule ist für das kommende Jahr mehr oder weniger sicher gestellt, denn im November musste ich den Kostenvoranschlag der Musikschule für das Jahr 2010 in einer Gemeindeversammlung verteidigen, in welcher der gesamte Haushaltsetat der etwa 11 000 Einwohner zählenden Verwaltungsgemeinde San Miguel diskutiert und festgelegt wurde. Das war eine durchaus langweilige und sehr langwierige Versammlung (sie dauerte zwei komplette Tage), denn alle 45 kleinen Landdörfer, die zum Gemeindebereich gehören und in denen mehr als die Hälfte der Bevölkerung leben, und sämtliche anderen Institutionen wie Schulen, Vereine, Genossenschaften etc. brachten ihre Nöte und geplanten Projekte dar. Und bei einer Gesamtnachfrage von etwa 7 Millionen Bolivianos (etwa 700 000 €), aber nur 3 Millionen Bolivianos, die zur Verfügung gestanden hatten, wurde gekürzt, gestrichen und diskutiert wo es möglich war. So wurde auch das Projekt der Musikschule nach nicht ganz einfachen Verhandlungen von geforderten 99 000 Bolivianos auf 87 000 Bolivianos gekürzt. Aber damit kann man leben und wir können froh sein, dass man uns überhaupt miteinbezogen hat, auch wenn mich die Schilderungen einiger Dorfoberhäupter der bis zu 120 km von der Ortschaft San Miguel entfernt liegenden Landdörfer ab und zu schon etwas ins denken gebracht haben, wenn sie erzählten, dass es in ihrem Dorf kein Wasser mehr gibt, weil die Brunnen ausgetrocknet und die Stauseen ohne Wasser sind, dass sie sich in mehreren Fällen in dreimal wöchentlichen Gemeinschaftsaktionen zusammengeschlossen haben, um Wasser von kilometerweit entfernten Wasserstellen heranzutragen...

Die wenigen Tage, die ich in San Ignacio verbrachte, waren geprägt von organisatorischen Dingen und die Mithilfe in einigen Aufgaben in der pastoralen Arbeit, ab und zu ins Internet gehen, mich mit guten Freunden treffen und etwas unternehmen, und auch etwas ausspannen von den anstrengenden Proben in San Miguel, Schulabschlussfeiern und die in der Vorweihnachtszeit und bereits im letzten Jahr erwähnten posadas, also den Herbergssuchen. Unser neuer Pfarrsaal konnte fertiggestelt werden, und er ist so gut gelungen, dass wir Einweihungsfeiern am Weihnachtsfest über drei Tage hinweg veranstalteten: am 25. Dezember wurden die Kinder zu heißer Schokolade und Kuchen eingeladen, am 26. Dezember die Einweihung mit der Teilnahme der Familien und Leute, die in unseren 12 Landgemeinden wohnen, und am 27. Dezember mit den Leuten aus der Stadt (an letzterem Termin spielten wir auch mit dem Chor und dem Orchester von San Miguel). Ebenso konnten wir zu Weihnachten einen wunderschönen, neuen Kreuzweg in unserer Pfarrkirche einweihen (denn bisher hatte sie noch keinen).

Neben diesen Tätigkeiten musste ich auch noch eine kleine „Einkaufsreise“ nach Santa Cruz einbauen. Denn vor Weihnachten benötigten wir noch einige Dinge, ich konnte endlich mein neues Visum abholen und auch meinen endgültigen Rückflug buchen: 19. Mai 2010. Für einige, vor allem aus meiner Familie, mag dies vielleicht noch lang erscheinen; mir wird diese Zeit wohl allzu schnell vergehen. Klar, dass ich mich auf der einen Seite freue, endlich dann wieder die „alten“ Gesichter daheim zu sehen, aber auf der anderen Seite weiß ich auch, dass der Abschied von hier sehr schwer sein wird... Aber noch hab ich fast fünf Monate Zeit!! Zurück zur Einkaufsreise, denn wie bei jeder Reise in Bolivien, gibt es auch bei dieser wieder etwas zu erzählen. Die beiden Tage vor der Fahrt nach Santa Cruz hat es gut und kräftig geregnet, sodass die hier gängigen Sand- und Schotterstraßen etwas mitgenommen waren (auf dem Weg nach Santa Cruz hat man die ersten drei Stunden unasphaltierte, und nur danach eine asphaltierte Straße). Im ersten Teil der Strecke kamen wir – ich war in der Camioneta, also im Geländewagen der Pfarrei mit einem Jugendlichen zur Begleitung unterwegs – nur langsam im teilweise 30 bis 40 Zentimeter tiefen Schlamm mehr schwimmend als fahrend vorwärts, immer wieder stecken gebliebenen Lastwägen, Bussen und anderen Gefährten ausweichend. Dementsprechend sah bei der Ankunft in Santa Cruz auch unsere Camioneta aus: vom weißen Lack war im unteren Teil bis zu den Fenstern hin nichts mehr zu erahnen, denn alles war mit einer zentimeterdicken Schlammschicht überbacken... So passierte es auch, dass ich während den Einkäufen in Santa Cruz mehrere Male, an den Schranken von Parkplätzen beim Parkgebührzahlen, von der Polizei bei Verkehrskontrollen im Stadtzentrum und anderen Kontrollen, angehalten oder aus dem Verkehr gezogen und gefragt wurde: „Guten Tag. Wo kommen Sie denn her?“ „Aus San Ignacio de Velasco in der Chiquitanía“, war stets meine Antwort. „Ihre Papiere, bitte.“ „Hier.“ „Ihre Fahrerlaubnis ist ungültig.“ „Weshalb?“ „Die ist nicht international.“ „Doch, die ist international, denn die ist von der EU.“, ganz einwandfrei war das zwar nicht, aber ich hatte keine Lust zu diskutieren. „Von der EU? Sehr schön sieht sie aus... Aber sie ist ungültig. Haben Sie keine andere?“ „Doch. Hier.“ Ich hielt ihm den Internationalen Führerschein hin. Der Beamte gibt ihn mir mit abwärtenden Blick, ohne ihn wirklich angesehen zu haben, zurück: „Der passt. Und warum ist ihre Camioneta so dreckig?“ „Weil ich direkt aus San Ingacio komme, der Weg sehr schlecht und voller Schlamm ist.“ „Aber Sie wissen, dass man hier in der Stadt nicht so herumfahren darf?“ „Ja, hatte aber leider noch keine Gelegenheit, das Auto zu waschen, denn wir sind gerade angekommen.“ „Aber jetzt fahren Sie direkt in eine Waschanlage!“ „Ok.“ „Sie haben Glück, dass ich keine Strafe verlange!“ „Vielen Dank.“ Ich wollte schon weiterfahren, als der Polizist noch hinzufügte: „Aber Sie werden mir doch eine kleine ‚Kolaboration’ da lassen.“ (Mit der Kolaboration ist stets eine kleine Summe gemeint, die man dem Beamten unter der Hand zuschieben soll. Andernfalls werden diese etwas ungemütlich und beginnen, alles zu durchsuchen: Sitze, Taschen, Gepäck, Kisten,... Dies ist freilich keinesfalls Korruption zu nennen, denn das ist ja streng verboten und machen wirklich nur böse Leute...) Ich fragte den Polizisten: „Für was denn die Kolaboration?“ „Für die Brotzeit.“ „Aber Sie müssen mir dann aber eine Quittung geben.“ Etwas verduzt in die Gegend schauend, sagt er: „Quittungen gibt es nicht.“ „Dann gibt es auch keine Kolaboration, weil ich muss die Quittungen von allen Ausgaben beim Pfarrer abgeben.“ Und als er dann begann, irgendwelche Zertifikate, Vignetten und andere Dinge zu erfinden, die die Camioneta angeblich nicht hatte, aber haben müsste, gab ich ihm dann seine fünf Bolivianos und er ließ mich weiter ziehen.

Das neue Jahre ist ohne groß erwähnenswerten Ereignissen angebrochen und jetzt werde ich mir nach diesen anstregenden Wochen erst einmal ein bisschen Urlaub gönnen und einige andere Orte und Sehenswürdigkeiten des Landes und auch außerlandes bereisen und einfach einmal etwas ausspannen, denn auch in San Miguel haben wir jetzt bis Ende Januar Ferien.

So möchte ich noch einmal allen eine gesegnete gute Zeit wünschen. Dass auch ihr etwas Urlaub genießen dürft und so neue Kraft und Energie für das neue, noch fast komplett vor uns liegende Jahr 2010, das für einen jeden sicherlich viele Dinge, geplante und überraschende, schöne und weniger schöne, bringen wird; doch will ich Euch wünschen, dass die schönen Dinge weitaus mehr seien als die weniger schönen!

Ganz liebe Grüße an jeden einzelnen von Euch aus San Ignacio de Velasco.


Severin Parzinger


EINDRÜCKE VON DEN KONZERTEN MIT DER MUSIKSCHULE SAN MIGUEL

Bei den Konzerten in San Ignacio und San Miguel
-Chor und Streicher-
Bei den Proben der beiden Gruppen gemeinsam...... und bei der Brotzeit zwischendrin.

Jeder ist stolz... in Konzertgewand mit seinem Instrument in der Hand!

...auch wenn dieses manchmal vielleicht noch etwas arg gross ist.

Während dem Konzert sind alle voll konzentriert....und mit viel Freude dabei!

Die gesamte Truppe von 65 Kindern und Jugendlichen vor der Kirche in San Miguel
-abfahrtsbereit in Richtung Nachbardorf Santa Ana-
Wobei diese Fahrt bald mitten im "Nirgendwo" endete...Achsbruch! ... was bei diesem Bus ja auch keine all zu grosse Überraschung ist......und nicht einmal auf dem Busdach gibt's Handy-Empfang!
Da hatten wir dann genügend Zeit, um auch den Kühen "Guten Tag" zu sagen.Doch das Ganze wurde gelassen hingenommen.
Die einen fingen an, Karten zu spielen......andere vergnügten sich mit anderen Spielchen.Letztlich wurde auch die Gitarre herausgeholtund so zwischendrin einfach mal Einer aufgespielt!Viele schlossen untereinander Freundschaft.

IN SAN IGNACIO IN DER PFARREI MARÍA ASUNTA:

Nach viermonatigen Bauarbeiten konnte der neue Pfarrsaal endlich fertig gestellt werden!
Die Einweihung durfte dann natürlich nicht mehr lange warten: zum Weihnachtsfest konnte dieser ofiziell eingeweiht werden; die Festivitäten dauerten 3 Tage lang!
Am 25. Dezember gab's Heisse Schokolade und Kuchen für 250 Kinder.Welche das auch sichtlich genossen!und dafür auch gerne Schlange standen...
Am 26. Dezember die Einweihungsfeier mit den Leuten von den Landgemeindenund alle mussten ihre dem Dorf eigene Heiligenstatue mitbringen.Und schliesslich am 27. Dezember die Einweihungsfeier mit den Gläubigen und Unterstützern aus der Stadt.
Die "Chicha", aus der "tutuma" getrunken, durfte da natürlich nicht fehlen!
Und die Musikgruppe sorgte für die nötige Unterhaltung.
Und natürlich auch in diesem Jahr wurde eine wunderschöne Grippe in der Pfarrkirche gestaltet: